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Warum nicht öfter aufs Dorf

Guten Morgen von den kritik-gestalten. Heute Morgen beim Flausen-Kongress geht es um „Liebe in der Provinz“, das „Recht auf Dorf“ und darum, dass es in der sogenannten „Provinz“ ziemlich oft ziemlich viel bessere künstlerische Arbeitsbedingungen und ein immens leidenschaftliches Publikum gibt.

Und dann wird das Treffen vor der Feuertonne auf einmal zum Vermittlungsformat – und gestaltet zugleich neue Gemeinschaften zwischen Künstlern und Publikum. Und warum nicht die Scheune und das Vereinsheim nutzen? Micha Kranixfeld (Kulturwissenschaftler und Künstler, Frl.Wunder AG / Syndikat Gefährliche Liebschaften) erzählt von zeitgenössischer künstlerischer Produktion im ländlichen Raum, standesgerecht zugeschaltet vor Fachwerk-Fassade aus Quakenbrück in Niedersachsen. Kritik-gestalt Laura war schon mal da und sagt: sehr viele Bauernhöfe und rund 12000 Einwohner:innen. Kranixfeld hat für den Fonds Daku eine Studie durchgeführt und ist zu sieben „Essenzen“ gekommen.

  1. Peripherisierung (= damit meint er, dass Künstler aktiv in die Peripherie gehen und es dafür eine Infrastruktur gibt) addiert sich zu einer Summe aus regionalem Wissen.
  2. Die Bundesebene braucht die Kommunen als Gegenüber auf Augenhöhe.
  3. Die Bevölkerung steht im Zentrum der künstlerischen Überlegungen (also die Kunst sollte nicht an ihr vorbei produzieren).
  4. Jenseits der Großstädte entsteht ein neues Bild kultureller Infrastrukturen.
  5. Ohne Gastgeber*innen läuft es nicht: Wenn sie ihr Publikum nicht gut einladen, kommt es auch nicht.
  6. (Über)regionale Strukturen beflügeln die Arbeit vor Ort (also sollte es mehr Bewusstsein dafür geben, dass die Arbeit auf dem Land wichtig ist).
  7. Die Freien Darstellenden Künste abseits der Metropolen agieren im Strukturwandel und suchen mit ihrem Publikum nach Perspektiven.

Micha Kranixfelds Fazit: Die Landkarte verschiebt sich, es gibt eine Neu-Kartierung dessen, was unter Freier Szene verstanden wird. Es wäre schön, “wenn der schöne Flausen-Titel „Liebe in der Provinz“ zum Programm wird.”

Blogeintrag von Dorothea Marcus/3.11.21/11.19 Uhr