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Prozesse statt Projekte

„Wir arbeiten auf der Strecke, nicht auf den Punkt“, sagt Svenja Pauka (Theater im Ballsaal, Bonn), „Künstler:innen sind gefangen in Produktionszwängen”, und Siegmar Schröder (ehem. Theaterlabor Bielefeld) fügt hinzu: „Künstler sind keine Beamten. Sie brauchen Zeit und Raum“, beim Dialog “Flausen+ und prozessuales Arbeiten”. Sie sprechen davon, wie fundamental sich Förderungsmodelle zur Zeit verändern.

Siegmar Schröder und Svenja Pauka im Dialog über prozessuales Arbeiten

Auch ich als Journalistin würde mir öfters wünschen, nicht permanent nach meinen Ergebnissen bezahlt und bewertet zu werden, quasi als Text-Ausspuck-Maschine, sondern Raum zu haben, um zu zeigen, wie der Weg zu einem Text eigentlich verläuft. Ich finde den neuen Ansatz der Kulturförderung, den es seit der Pandemie verstärkt gibt, eigentlich sehr gut. Andererseits gilt auch, was Anja Imig vom preisgekrönten Jahrmarkt-Theater aus Bolstewiebeck in Niedersachsen (50 Einwohner) auf dem Kongress zwischendurch sagte: „Auf dem Land kann ich den Zuschauern nicht mit prozessualem Arbeiten kommen, die wünschen sich abgrenzbare Ereignisse“.

Spannend sind trotzdem die sechs Kölner Thesen, ganz frisch zum Flausen-Kongress von Svenja Pauka vorgestellt und nun hier erstmals veröffentlicht:

1. flausen+ stellt prozessuales Arbeiten in den Mittelpunkt 2. Förder- und Juryentscheidungen brauchen Transparenz 3. Abbau von Bürokratie im Antrags- und Abrechnungswesen 4. Das neue Förderzeitalter: Auf Augenhöhemitgestalten! 5. Neue Fördermodelle sind eine Investition in eine demokratische Zukunft 6. Faire und verbindliche Bezahlung für alle Kunstschaffenden

Blogeintrag von Dorothea Marcus/2.11.21/12.30 Uhr