#46 woche 1

VORWORT oder so ein niederländischer Akzent wie Rudi Carell, geht das?

KONTAKTAUFNAHME. Es geht um Kühlschränke, die Schlüsselübergabe und Touristen am Strand. Dabei sitzen wir doch alle zu Hause, an unseren Schreibtischen, vor den Bildschirmen. Alle Varianten stehen wieder im Raum und ich, am Ende des Tages, mit meinem Fahrrad heulend auf der Kreuzung. Komme nicht vom Fleck, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann, ob ich geradeaus fahren soll oder abbiegen. Es geht weder vor noch zurück. Kühlschrank reparieren, mein Grab schaufeln? Immerhin habe ich das Gefühl, dass die Leute denken, es sei völlig ok, bewegungslos und schluchzend mitten auf der Straße zu stehen.  Erkenntnis: Meine Ambiguitätstoleranz – völlig überschätzt. Die der Anderen – völlig unterschätzt.


1 offener, halber Parmesan in unbenutztem Müllbeutel verpackt 
1 kleines sehr altes Stück Ingwer
1 Plastikdose mit Fetacreme
1 Tüte mit getrockneten Feigen, verschlossen mit einem Haushaltsgummiband
1 offenes, fast noch volles Glas Oliven
1 fast leerer Tetrapak Hafermilch
1 offenes, halbvolles Himbeermarmeladenglas
1 ganze Paprika, rot
1 0,33l Glasflasche Coca-Cola
1 0,33l Glasflasche Gingerbeer
1 halbvoller Tetrapak Milch
1 praktische Doppeldose mit unten Müsli oben Heidelbeerjoghurt
1 geschlossene Flasche Sekt
1 halbvolle offene Flasche Sekt

(Auflistung vom Inhalt eines Kühlschranks; nach Farbe geordnet)

  1. Wenn nicht verloren, der Fisch am Griff. Ein Fisch am Griff, nicht zu verwechseln mit dem Irrglauben, den Fisch im Griff zu haben. Vererbt würde er heute an den Papst.
  2. Fotos. Hässliche und Schöne. Alt und neu. Von mir und anderen. (Postkarten zählen zum Teil auch). Gemeinschaftserbe. Jeder der sich berufen fühlt (und man fühlt sich nur zurecht berufen, Zweifel gibt es nicht), kommt und nimmt welche und wieviel er möchte. Mich oder andere. Oder alle.
  3. (Eigentlich auch 1. aber aufgrund bürokratischer Hürden jetzt hier gelandet) Meine Kontakte. Mein virtuelles Telefonbuch. Wird meinem Bruder und allen verzeichneten Kontakten gegenseitig vererbt.
  4. Die Musik. Als solches. Allgemeingut.
  5. Ein kleines Spiegelschränkchen, dunkles Holz, altes Glas, mit zwei minikleinen Schlüsseln, an denen ein Zettel hängt: von Pommer Esche Oberregierungsrat a.D, Klein Adler. Wird von meinem Bruder verwahrt und dann beizeiten seinem Kind vererbt.

 (Auflistung von fünf wichtigen Gegenständen mit dem Verweis, an wen sie jetzt vererbt werden würden)


Kapitel_1 DAS IST KEIN TAGEBUCH und Alles ohne Anfassen

ERSTES DATE. Im gegenüberliegenden offenen Küchenfenster steht ein Jüngling und wäscht ab. Ich freue mich, dass der Junge mit der Hand spült. Es spart nicht so viel Wasser, aber er hat offenbar keine reichen Eltern. Der Junge hat grüne Wände in seiner Wohnung. Das ist eine Entscheidung, die ich nur zum Teil nachvollziehen kann. Er steht da oberkörperfrei. Das ist eine Entscheidung, die ich wiederum sehr gut nachvollziehen kann. Er ist sehr dünn und das, obwohl er offenbar gerade erst gefrühstückt hat. Sonst würde er ja nicht abspülen. Oder vielleicht sind es die Teller von gestern Abend. Oder Nacht. Oder nur die Gläser. Ich kann es nicht erkennen. Hinter ihm steht ein anderer Jüngling. Sie lachen und sehen sich dabei nicht an. Sie sind vertraut und wohnen vielleicht zusammen. Wahrscheinlich. Über die Art von Beziehung, die die beiden führen, kann ich mir kein Urteil anmaßen. Meine Heteronormativität. Ich wünsche mir Lametta. Und damit bin ich nicht allein. NICHT ALLEIN. NICHT ALLEIN. Ich singe vom Balkon für die Müllmänner. Die freuen sich erstaunlich wenig. Vor allem der Kleine. Verstehe ich schon wieder nicht. Jeden Tag eine gute Idee. Das war der Deal. Und ich zieh durch. Sowas von. Durchgezogen hab ichs und jetzt geb ich auf. ICH GEB AUF. Schrei ich runter. Vom Balkon. Jetzt klatschen sie. Ich bin verwirrt. Drei Buhrufe und ein Bravo – ein sehr lautes, herzliches. Wie Sahnetorte. 

Für mich? Das ist gut. Assistenten sind gut. Und schön. Oft. Weil sie noch jung sind. Aber sie bekommen einen krummen Rücken vom vielen Buckeln. Das belastet das Gesundheitssystem sehr. Lieber Boris J., Gute Besserung. Gute Besserung, das sage ich mir jeden Tag. Nach dem Aufstehen, vor dem Essen, beim Duschen, nach dem Essen. Immer. Jeden Tag. Und dann spüle ich mir den Mund aus und gehe zum Spiegel und schaue mein Gesicht an, ob irgendetwas reagiert. Ob es irgendein Zeichen gibt. Ob sich irgendwas tut. Tut sich nix. Ich flüster, “Gesundheit” und zwinker mir zu. Das ist widerlich. Zwinkern ist absolut widerlich. Aber ich kann es nicht lassen und kriege Schluckauf von der Schärfe. Ich sitze im Restaurant und schäme mich, weil ich Nichts vertrage. Die Leute beeindruckt aber mein Mut als weiße Frau. Ich kann mich darüber nur mäßig freuen, leide aber auch nicht unter den Vorurteilen. Die können denken, was sie wollen. So privilegiert bin ich. Mit meiner Weißheit. Mit meinen weißen Wurstbeinen, die hier als schön gelten. Warum, das weiß nur der Hamster, oder wer auch immer dein Gott ist. Zum Beispiel in Großbritannien, Brasilien, USA, Ungarn. Da gibt es so tolle Präsidenten. Präsidentinnen. Nachdem die vorherigen Klimakrisenleugner und machtgeilen Präsidenten von Covid 19 dahingerafft wurden, kann man da sehr gut leben. Es musste natürlich alles sehr schnell gehen. Das war aber kein Problem. Man hat einfach alle, die nach Corona noch da waren, gefragt, wer das machen möchte und da haben sich nur ein paar gemeldet. 

(Mache drei Fotos:

1. von deiner Schokoladenseite
2. von deiner Schokolade auf der Seite
3. von deiner Seite mit Schokolade

Dokumentiere einen Moment des heutige Tages, der exakt deinen Erwartungen entspricht und einen der exakt nicht deinen Erwartungen entspricht. Foto mit Untertitel please.)

Ich mache das seit drei Jahren und bin erstaunlich resistent. Einäugiges Zwinkern bei Männern. Zweiäugiges bei Frauen. Weil Zwinkern immer sagt, ich weiß etwas, das Du nicht weißt. Ich bin im Leben. Ich habe ein Leben und stehe darin. Ich krieche nicht, ich liege nicht. Nein, ich stehe. Manchmal gehe ich auch und trage eine gesteppte Weste, wenn es Übergangswetter gibt. Denn damit bin ich für alle Lebenslagen gewappnet. Ich trage Pastell, aber nicht zu viel.

Allein. Meine Psyche ist auch allein auf weiter Flur – soll heißen, ich fühle mich wie das Gegenteil eines Borderline-Patienten. Um mich herum weite, etwas hügelige, aber keine gefährliche Landschaft. Schön ausgewogen und ohne große klimatische Unterschiede. Darüber freue ich mich und denke, ich könnte mich eigentlich ganz gut selber therapieren. Ich würde mir einen guten Stundensatz zahlen, damit ich für alle laufenden Kosten und auch kleine Luxusartikel aufkommen kann. Ich würde mir sehr gut zuhören und nützliche Tipps geben. Dafür braucht es nur einen Kalender aus den 90ern. Hits, Hits, Hits. Das sind die Neunziger.

Sportl. Oberarzt, 38/190, attrakt, humorv.,o. Anhg., charm., sucht solide, fröhl. Partnerin. Kontakt üb. Gratisruf 0800-222 8989 tgl. 10-20h, PV-Exklusiv.de

Sie, Single, sucht netten Ihn für monogame Freundschaft plus, vielleicht auch mehr. Ich bin Bj. 1963, 176 cm, ein paar Kilo zuviel :-). Es wäre schön, wenn Du so ungefähr im gleichen Alter, berufstätig und aus Dortmund bist. Ich mag Radfahren, Spazierengehen, Musik, Sport, Schreiben und Kuscheln, bin ein natürlicher, ruhiger Typ. Wenn Du magst, schreibe mir, gerne auch ein paar Zeilen mehr.

Kannst Du Sekundenglück genießen? Ich , 54 J. natürlich, humorvoll, emphatisch,tiefgründig, loyal, attraktiv und positiv suche Dich auf Augenhöhe für Nähe und Distanz. Du bist NR, charmant, humorvoll, klug, verlässlich, attraktiv und im Kopf beweglich, achtest auf Dich und magst Bewegung? Dann melde Dich BmB!Chiffre 30031

Gegen die Weihnachtseinsamkeit
Herzliche Einladung den 24.12. mit Tannenbaum, Kerzen, Gesprächen, Kochen, Vorlesen gemeinsam zu verbringen. Viel Natur rundum. Tel.: 06068-47275

Gesucht!


ZWEITES DATE. Der Text wird dann Gehalt mit einer Abkürzung. Aha. Dieser Text hält sich wohl für etwas ganz Besonderes. Kennt eine Abkürzung. Das wird doch wieder nach hinten losgehen. Und er wird länger und länger und dann steht man plötzlich vor einer Abzweigung und weiß gar nicht mehr, wie es weitergehen soll oder auch wie man da hinkam. Ist ja auch ein Mann. Der Text. Ist das so? Das Klischee, dass Männer immer Abkürzungen vorschlagen, die nicht stimmen? Hmh? Einfach behaupten und dann klappt das schon. So macht man das. Weil viele Leute, fast alle sagen: “Doch, doch, das war dieser Schauspieler!” und Du denkst: “Nee, ich bin ziemlich sicher, dass er es nicht war.” Und dann zweifelst Du an dir selbst, nur um später zu merken, dass Du die ganze Zeit Recht hattest. Und das aller-frechste: wenn Du das diesen Leuten so sagst, tun sie so, als sei nichts gewesen, als wäre das egal. Wie kannst Du es wagen? Ist das wirklich wahr? Lernst Du Sni? Ich versuche, Sni zu lernen und Französisch wieder und Portugiesisch und Russisch wäre auch toll und Georgisch ist auch sehr interessant. Chinesen können bestimmt alle Sprachen und Koreaner können gut Spanisch. Du schaust mich – entschuldige den Ausdruck, aber er trifft es genau – an wie ein verhindertes Erdmännchen. Mit mir stimmt alles, Freundchen. Tantchen. Väterchen. Mütterchen. Ich hatte mal ein Schwesterchen. Wie hieß das nochmal? Vergessen. Dabei haben wir doch geschrieben: Wir werden dich niemals vergessen. Du wirst immer in unseren Herzen bleiben, liebe…Jetzt weiß ich wieder wie sie hieß. Frau ….

Bauarbeiter lieben es zu arbeiten. Mit diesen Dingern, die die Straße aufhauen. Diese Lufthämmer. Ich bin nicht wach. Mein Mangel an Passion macht das Leben leichter. Man stelle sich vor, ich wäre getrieben von Leidenschaft, ich könnte nicht schlafen vor Gedankenstrudeln, ich hätte nicht genug Zeit, umzusetzen was in mir brennt. Man stelle sich vor. Ich schlafe, esse, habe manchmal Sex, manchmal nicht. Läuft alles so vor sich hin. Ohne Ausschlag. Ich meine von der Liebe zum Detail kann dabei nur schwer die Rede sein. Ich sitze auf dem Hochstuhl, nicht Tennis-, ich meine den anderen. Im Wald. Von dem man schießen kann. Was ist das für ein Tier? Putzt sich die ganze Zeit. Hat ja sonst nichts zu tun. Fell Lecken und in der Gegend rumglotzen.

Die Vorhänge gegenüber sind hässlich. Das beruhigt mich irgendwie. Also zutiefst. Macht mich fertig. Wie es sein kann, dass jemand sich solche Vorhänge aufhängt, ja, Geschmäcker sind verschieden, aber DAS IST JENSEITS VON GESCHMACK, und auch, dass mich das so angeht. Instabil, das Wort der Stunde. Alles ein Zeichen. So oder so. Vergewissere Dich, dass mindestens zehn Katzenbabys auf deiner Bettwäsche leuchten. Wie kriegt man Katzenbabys zum Leuchten? Bei mir hängen die immer an den Wänden und klauen den Fokus. Besser als jedes Gemälde. Also ich muss da an Magritte denken. Das Bild (Gemälde) von der Pfeife mit der Unterschrift: das ist keine Pfeife. Sehr philosophisch dieser Magritte. Aber der hat ja auch fliegende Äpfel und schwebende Pferde gemalt. Und immer diese Männer mit Melonen. Ich glaub der war nicht so oft vor der Tür. Immer zu Hause. Mit sich und dem Pinsel. Ok, er wurde sehr berühmt damit. Aber er hatte keine Freunde. Oder nur komische, die ihm nicht ehrlich gesagt haben, dass alles falsch ist, was er malt.

(Ann Cotten: https://taz.de/Erzaehlband-der-Dichterin-Ann-Cotten/!5588238/ text: TORTILLA FLAT john steinbeck. / wolfram lotz / WITTGENSTEINS TRACTUS holm tetens / trash / avantgardismus //text_privat also nicht beruflich: johann könig (gallerist) / max czollek // musik auch nicht beruflich: baxter dury / timber timbre)

Neuer Tag, neues Glück. Das ist ja mal ein Ausgangspunkt. Wenn man davon ausgeht, dass sich immer alles wiederholt, werden wir schnell an die Grenzen der Unendlichkeit stoßen. Oder die Grenzen von Europa. Was ist das für eine Zahl? Fünfzig. Fünfzig ist eine Zahl. Ein besonders runder Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, Sie sind Person neunundvierzig. Als ob es bei Unendlichkeit einen klaren Anfangspunkt gäbe. Doch, doch, ja, ja. Das beste Beipiel ist…ist…ist. Ist Pi. Alles, was noch sein wird und auch alles, was unendlich ist, muss irgendwann mal angefangen haben. Sonst hieße es ja unanfanglich. Und das, geh bitte, ist totaler Unfug. Verzeih, sei mir net bös, aber so geht es nicht weiter. So kann es nicht enden und so wird es nie unendlich. Ja, ja, ja, ja, ich merks selber. Ich aggresiviere wieder. Ungerichtet. Trifft dich nur zufällig. Glaube ich. Ich hau ab. I wish you the best! Meine ich wirklich. Entschuldigung. FUCK. Doch gesagt. Alles im Arsch. Ich bleibe.

Ich weiß was, was Du nicht weißt, du da, du da. Weil der sein Atelier im Garten hatte oder nebenan oder auf jeden Fall in der Nähe vom Haus. Und da ist der morgens, um neun oder so, immer rein und hat gemalt bis acht oder so (weil da gabs noch kein nine to five) und dann isser wieder nach Hause und hat zum Abendbrot saure Gurken gegessen. Also keine Freunde und kein Bohémien. Und wenn mir jetzt noch mal einer sagt, dass ich für Kunst leiden muss, dann hau ich dem auf die Schnauze, weil Magritte ist geil und da kann niemand was anderes behaupten. Ergo: ich bin auch geil, obwohl es nicht leidet in mir. Geil, geil, geil. Da gibt es ein Lied aus den 80ern, das geht so: 

Mein Geburtstag: 3, 1415926535 8979323846 2643383279 5028841971 6939937510 5820974944 5923078164 0628620899 8628034825 3421170679 8214808651 3282306647 0938446095 5058223172 5359408128 4811174502 8410270193 8521105559 6446229489 5493038196 4428810975 6659334461 2847564823 3786783165 2712019091 4564856692 3460348610 4543266482 1339360726 0249141273 7245870066 0631558817 4881520920 9628292540 9171536436 7892590360 0113305305 4882046652 1384146951 9415116094 3305727036 5759591953 0921861173 8193261179 3105118548 0744623799 62749567351885752724 8912279381 8301194912 …(Urknall)

Mein Spitzname: Pi
Mein Beruf: Praktikantin
Meine Hobbys: Pudel und Schlager
Meine Lieblingsfarbe: gold
Mein Lieblingsessen: Kartoffelpuffer mit Apfelmuß
Lieblingstier: Pudel

(Auszüge aus einem Poesiealbum)


DRITTES DATE. Dieses Schreiben ist maschinell erstellt und ohne Unterschrift gültig. Ich habe mal in einer Versicherung gearbeitet. Da hatten Alle Boreout. Aber Boreout war noch nicht erfunden, deswegen dachten sie, es ist Burnout. Wars aber gar nicht. Im Büro hatten sie einen Kalender von halbnackten Männern. Dann wurde das verboten. In Autowerkstätten hängen aber immer noch Frauenkalender. Wer’s glaubt. Das ist doch längst vorbei. Nachdem die Wälder sich das zurückgeholt haben, was ihnen zusteht, gibt es überhaupt keine Kalender mehr und auch keine Frauen, Männer sowieso nicht. Nur noch Fantakuchen mit Schlagsahne.  Das sieht von oben ganz schön aus. Hinreißend hübsch sogar. Die Oben-, die Vogel-, die Gottesperspektive taugt mir. Gerade gut genug könnte man sagen, aber so etwas sage ich nicht. Habe meine Prinzipien. Die sind willkürlich entstanden, und deswegen umso stoischer zu befolgen. Zähneputzen von links oben nach rechts unten. Große Hilfe. Im Gegensatz zu meinem Postboten. Der verweigert eine konstruktive Zusammenarbeit. Hängt im Trotzmodus ab. Seit drei Jahren. Ich habe ihn schon zum Kaffee eingeladen, um mal in Ruhe zu quatschen. Habe ihm auch angeboten, ihn mal so richtig in den Arm zu nehmen. Konnte er nicht annehmen. Tut mir leid. 

Wenn man alles mit Wasser füllt, wird man irgendwann verrückt. Weil, dann hat man ganz schön viel zu tun. Man muss wahrscheinlich erst mal viele Löcher stopfen, bevor man alles mit Wasser füllen kann. Oder alles ins Meer werfen, das geht wahrscheinlich schneller aber die Wale finden das doof:  all die Schränke, und Rucksäcke und Geschwisterkinder, die im Wasser herumtreiben. Die Wale müssen dann ausweichen. Das ist gar nicht leicht für die. Ich glaub dann ist bald kein Meer mehr da. Aber alles hat so eine schöne Salzkruste. Der Dalai Lama lächelt. 

Tja so ist das mit der Kreativität. Zack da. Zack weg. Das kostet den Staat richtig Geld.

Der Dalai Lama ist mit dem Papst, der Queen, den Clintons und vielen Hollywoodstars Teil einer satanistischen pädophilen Vereinigung. Das sagen sichere Quellen. Youtube. Intranetz. Alles technische beeindruckt mich auf eine Art und Weise, dass ich glauben muss, was da so drin ist. In diesem Netz. Ich kanns nicht fassen, aber muss glauben.

(Gibt es für uns andere/weitere Arbeitsmethoden in einer Forschung als in einer Stückentwicklung? Können wir unsere bisherige Methoden Auflisten? Also haben wir Methoden?

Welchen Einfluss hat Dauer auf unsere Erzählweise?  Masse an Text. Wieviel Text benötigen wir, um erzählen zu können? Geht es dabei auch um den Inhalt des Textes? Oder nur um die Masse? Geht es um die Ablenkung vom Wesentlichen, um dieses im Wesen benennen zu können. Ist das nur eine Frage nach Quantität oder auch nach Qualität? Ist das nur eine Form unserem Unvermögen, das Wesentliche nicht benennen zu können, Raum zu geben? Machen wir aus der Not eine Tugend? Ist das legitim?

Was sind die Methoden und Prinzipien für unsere spezifische Art zu erzählen und Assoziationsräume zu schaffen? Was ist das Regelwerk für unsere Bühnenform und -sprache? Wieviel müssen und dürfen wir wissen, um uns selbst zu verstehen und um verstanden zu werden?

Die letzte Frage beschreibt für mich das Ambiguitätstoleranzmessgerät? Wie kommen wir von dieser abstrakten Gedankenmaschine zu einem konkreten und praktischen Versuchsaufbau?

Das Gleichgewicht und sich Bedingen von Wissen und NichtWissen: wieviel muss im Arbeitsprozess gewusst sein, um “ NichtGewusstes” in der Arbeit zu entdecken?)

Schalalala. Die Stadien sind leer. Das gab es noch nie. Schalalalala ist jetzt nur noch ein Geisterruf, der zu erahnen ist in den für Massen gedachten Riesenkomplexen. Keine Bratwurst, kein Bier aus Plastikbechern. Keine Möglichkeit im Schutz der Zweckgemeinschaft Emotion zuzulassen.

Verwursten ist das deutscheste Wort der Welt. Verbieren. Verschweinshaxerln. Das klingt aber schon wieder Österreichisch. Der Freud war ja auch Österreicher. Das erkennt man daran, dass er so einen großen Knall hatte. Das haben die nämlich. Weil da die Berge sind und da macht es immer Pingpong und dann erschrecken sich alle und stehen so dazwischen und die Radiowellen machen Pingpong. Das sind bunte Bälle, die hin und herspringen. Die Walfamilie bastelt daraus Osterdeko. 

Ich esse nur noch Dinge mit Salzkruste. Ausschließlich. Auf die Salzkruste kommt frische Petersilie, und eigentlich fehlt dann noch die Sauce, die ist aber noch nicht entschieden.

(Gibt es ein anderes Wort für Komfortzone? Müssen wir da raus, oder erst mal richtig rein? Wer seid Ihr und wo sind da die Grenzen (jetzt mal abgesehen von Europa, wenn man davon absehen kann)?

Hau die zehn Thesen raus und schöne Ostern? Oder war das Weihnachten?)