#46 woche 2

 B. WÄHLT DIE QUARANTÄNE.
WER HÄTTE DAS GEDACHT.

TAG 1

Die Leere verinnerlichen. Da geht noch was.

  1. Ehrlichkeit. Will niemand.
  2. Das größte Missverständnis: Output als Selbstzweck.
  3. Noch größeres Missverständnis: Input vermeiden.
  4. Die Sense muss verklausuliert werden.

Frage: Fühlst du noch oder lebst du schon?
Antwort: Nein.

Täglicher Gefühligkeitscheck läuft.

Stichwort Challenge. Stichwort Challengerturnier (für meist jüngere Spieler und Spielerinnen, die sich dort für ihre weitere Karriere qualifizieren können; Gebrauch: Tennis).

B. ist im Bewerbungsverfahren verloren gegangen. Jetzt ist sie trotzdem da. Am falschen Platz, aber immerhin. Setze dich ins Verhältnis B., flüstert ein kleiner kleiner Mann. B. ignoriert und strahlt. Innerlich. Strahlt innerlich. Nach außen dringt nichts. Außer die Sphinx. Challenge acceptet. Mit T am Schluss.

läuft.

Ziel der Woche: undBorisundSteffi geht in vielen kleinen Schritten los, stellt vor und sich selbst tot. 1 Stunde 5 Minuten. 7 Personen. 10 Thesen. Alles, also wirklich alles, kommt in die Übersetzungsmaschine Pi. deutsch – einfachesprache. Auf die Frage wie arbeiten wir?, stellen wir die Gegenfrage an Meg Stuart, Florentina Holzinger, Jerome Bel, Forced Entertainment, Ong Keng Sen, Trond Reinholdtsen, Antonia Baehr. Die humorvolle, sinnliche und absurde Erzählstruktur richtet sich an alle Liebenden, selbsternannte Rechenkünstler*innen, ehemalige Tennisprofis, deren Kinder und Fans. Und alle, die es werden wollen.

läuft.

Stichwort Seriosität. Mit Ö wärs schöner.

läuft.

Stichwort effiziente Effektivität. Ziele bestimmen. Setting setzen. Verwerfen. Alles. Wieder aufbauen. Exakt bleiben. Pause machen. Planungsfehlschlüsse identifizieren und entfernen.

Selbsttäuschung vermeiden oder fördern? 

Achtung Funfakt1: Mehr als 90 Prozent aller Professoren halten sich allen Ernstes für überdurchschnittlich gute Pädagogen, und 70 Prozent aller Schüler denken, sie seien klüger als die Mehrheit.

Achtung Funfakt2: Brisant ist, dass die Fähigkeit zu lügen mit der Intelligenz korreliert.

Vorläufiges Resümee: Gehen wir also in die Vollen. Unterdrücken wir verräterische Signale. Perfektionieren wir die Täuschung durch Selbsttäuschung. Ergo: Fördern!

UND LAMENTIEREN WIR NICHT ÜBER BETRUG UND SELBSTBETRUG. JEDER HAT EINE LEICHE IM KELLER. STELLEN WIR UNS DARAUF EIN.(Abschlussplädoyer final)

Pause.

Eins noch: Wer ist jetzt eigentlich Asterix? Immer wenn man sich wie Jerome Bel fühlt muss man es sagen. Jerombix. Der Begriff der Stunde.


Tag 2

Check.

Es geht weiter.

Stichwort Motivation. https://www.youtube.com/watch?v=di18hTFTwIw

Stichwort Chancen. (Zu bearbeiten, auch weiterhin. Eventuell unangenehm.) Unter dem Titel “KaffeeExistenziell” eine praktische Versuchsanordnung, nachzuhören in der Materialsammlung AMORE. Halb gescheitert. Aber immerhin. Versuch ist ein Versuch ist ein Versuch. Erhebung des Banalen. Wobei die Definition des Banalen* (im Ideengehalt, gedanklich recht unbedeutend, durchschnittlich oder keine Besonderheit, nichts Auffälliges aufweisend; alltäglich, gewöhnlich) hier nur eventuell greift. Die Behandlung der Banalität leider zudem zu ernst genommen. Kardinäle machen Fehler. 

Dringend zu klären: welchen Umstand können wir mit Sicherheit als banal definieren? Banal im Sinne von nachhaltig banal. 

These: absolut überhaupt gar nichts. Unmöglich. B. wagt es, stochastisch zu behaupten (und sie lehnt es entschieden ab, sich damit bereits in Richtung Schmetterlingstheorie zu bewegen), dass Banalitäten meist nur SCHEINBAR banal sind, bzw nur selten banal bleiben. 

Check in Sachen Gefühligkeit heute nicht durchführbar.
Informationsstau.
Verweigerung von Transparenz. 
Wir bleiben dran.

Die Leere verinnerlichen. Heute ohne Anspruch.

Stichwort Flow. Stichwort Messbarkeit. Stichwort Opfer oder Täter. Stichwort Fehleinschätzung. Stichwort jetzt auf gar keinen Fall mit Joggen anfangen.

Lieber kleine Schritte. Meg Stuart lässt grüßen. Und Florentina, Ken Seng, Antonia.

Entschluss: Wir schreiben unser Manifest.

Nachtrag: Kartenspielen im Friedhofpark fühlt sich dann doch falsch an.


Tag 3 

Startet mit einem chinesischen Fluch
Mögest du in großen Zeiten leben.
Geht weiter mit Stock. Am Stock. Und Hegel:
Die Weltgeschichte ist nicht der Boden des Glücks. Die Perioden des Glücks sind leere Blätter in ihr.

Check.

… wir stellen uns tot:

Leg dich hin und beweg dich für eine lange Zeit nicht. Du bist da, aber alles an dir ist ausgelöscht. Stell dir vor, Du hast keine Identität, keine Erinnerung, keine Geschichte. Nichts ist gewohnt. Du hast keine Angewohnheiten, keine Ausbildung. Du erkennst dich nicht wieder. Dein Körper ist dir fremd. Nimm all dein selbstverständliches Wissen über das Lernen, Studieren, Bewegen und Tun und töte sie! Sieh dich selbst als einen Haufen anonymen Fleisches und Knochen. Stell dir vor Du bist tot. Du bist ein Leichnam. Du spielst tot. Du performst den Tod für den leeren Raum. Wie würdest du das tun? Und wie würdest du bemerken, dass Du nur einen toten Körper spielst? Wie beeinflusst das deine Wahrnehmung von Zeit? Wie beeinflusst es dein Verständnis von Präsenz? Es gibt keine sichtbare Bewegung, nur Ruhe, Leere, Transparenz. Oder vielleicht bewegst Du dich ein bisschen – was sind schon die Regeln für einen toten Körper? Wer weiß?

Checken

Stichwort Vorhersehung. Das kolossale Festhalten der Erwartung oder Wie der Hase sein Leben umkrempelte. Eine postdokumentarische Chorfreizeit in 5874 Selfies.

Vercheckt.

Stichwort Ausdauer. Beharrlichkeit ins Nichts. Oder Alles. Definitionssache. Hauptsache Superlativ. Aufgabe: überprüfe mit hilfe des dir zugeteilten Ambiguitätsmessgerätes dein aktuelles Verhalten auf 1) Größenwahn 2) Krampfadern, 3) Glaubwürdigkeit, 4) Zielsetzung, 5) Berlohnungsstrategien, 6) Cleverness, 7) Bewertungsparameter, 8) gesellschaftlichen Nutzen (Gesellschaft meint in dem Fall die Armee von Zwergen die in deinem BodyandMindSystem hard worken), 9) Unsinn (wichtig)

Auch wichtig:  30%. Wenn der Mond übers Dach rollt muss mindestens a) Gartenarbeit oder b) sonstige Hygiene abgearbeitet sein (Metapher)

Um 20.00 die Tagesscheisse nicht verpassen. Depressionspflicht.

Die Leere verinnerlichen. Tschüss sagt die Elster.

Zu bearbeiten: 
Stichwort Rituale. Aufwärmen.

Stichwort “etwas ernst nehmen” versus “etwas wichtig nehmen”, welches Maß von was ist objektiv richtig?

Es grüßt: Jerome Bel, Trond Reinholdtsen, Forced Entertainment.


Tag 4

Tagesmotto: Misstrauen abbauen. 
Generell. 
Geilgeilgeil.

Protokoll.

Stichwort Langsamkeit. Oder. So. 

Stichwort Gewohnheiten. Gesamtgesellschaftlich und bei den zwei anderen. Der Kollektiv Burnout ist jetzt da. Trauerphasen laufen. Was hat sich so eingespielt. Frage: Ist jemand vom Schlitten gefallen? Strichliste führen!

*Nachtrag zur Banalität: Wenn Hannah von der Banalität des Bösen spricht, darf ich dann auch von der Banalität der Seligkeit träumen?

Stichwort Betroffenheit. Ein Plädoyer gegen den Kult. 

Neue Rubrik:  ANDERE (random)

Stichwort Aufwärmen. Wie viele Bälle können wir hochwerfen ohne dass einer wiedder unten ankommt? Können wir dabei Wortassotiationsketten bilden? Falls ja, sollten wir das wirklich tun?

Keith Johnstone

  1. Angst macht unkreativ
  2. Wenn du eine Technik nicht beherrschst, kannst du sie auch nicht anwenden.
  3. Es gibt da eine Anekdote aus Japan über einen blinden Mann, dem nach einer Feier jemand eine Laterne mit auf den Heimweg gibt. Der Blinde fragt: “Ich sehe doch sowiso nichts, wozu brauche ich da eine Laterne?” Erwidert der andere: “Aber so können die andere Leute dich wenigstens sehen.” Also geht der Blinde mit seiner Laterne los, wird auf dem Weg angerempelt, fällt hin und fragt: “Hast du denn meine Laterne nicht gesehen?” Und der andere antwortet: “Wie denn, das Licht war doch aus!”

(Ich weiss noch nicht, ob ich das verstehe.)

Von Hermann Schmidt-Rahmer ein Wort gelernt: disparat = so, dass es nicht zueinanderpasst oder sich widerspricht, entgegengesetzt, konträr, polar, ungleich, unterschiedlich, verschieden.

2. Partizip von: disparare = trennen, absondern. 

10 Thesen für Dumme geht in die 2. Übesetzungsrunde.

Marina Busse gewunken. Nai Wen gewunken.