Woche 1

Logbucheintrag Karoline:

Betreten wir einen Raum und sehen uns mal etwas um. Betrachten wir ihn näher, treten dichter an ihn heran, bis wir den Blick für unseren Umraum verlieren und all das, was hinter uns liegt. Wenn wir ganz genau hinsehen, die Augen ein wenig zusammenkneifen, dann können wir kleine Krümel erkennen, die überall auf dem Boden verteilt liegen. Läuft man darüber, knirscht es leise. Ansonsten machen sich die Krümel kaum bemerkbar. Ja, umso mehr wir uns darauf konzentrieren, desto mehr fühlt es sich danach an, als würde der Boden unter unseren Füßen einfach weg bröseln. Fangen wir also an diese Bröselstückchen aufzusammeln, sie genauer anzugucken, von außen, von innen und allen Seiten, wie klingeln sie, wie viel wiegen sie, wie bewegen sie sich, bewegen sie sich überhaupt, es geht an sie zu testen, an ihnen zu schnuppern, ihre Temperatur zu bestimmen, an ihnen zu horchen, sie zu schmecken. Salzig. Jemand sagt, mehr Salz, ich brauche Meersalz. Eine frische Brise weht herein, es riecht leicht verkohlt. Gemeinsam suchen wir diese Krümel zu einem großen Ganzen zusammenzufügen. Diese Krümel. Sie ergänzen und widersprechen sich, sie bestätigen einander und sprechen verschiedene Sprachen und Dialekte, sie sind wie Bruchstücke aus Wort, Körper und Bild, die ein mehrdimensionales Konstrukt ergeben, das trotz aller Zuschreibungen in Bewegung bleibt.

Audio-Logbucheintrag Friedrich:

Vlogbuch-Eintrag