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#62
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stipendiat:innen

ROKOKOKOMPLEX

Julian Mahid Carly, Sara Adina Scheer, Amanda Lasker-Berlin und Marcel Gisdol


residenztheater


zeitraum
27.07. - 24.08.2021
makingOFF#62  23.08.2021, 19h00

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mentoring

Janette Mickan

Janette Mickan ist freie Theatermacherin, Dramaturgin und Kuratorin. Ihre Theaterstücke entwickelt sie hauptsächlich zusammen mit dem Kollektiv LUNATIKS. Seit 2016 kuratiert sie mit Michael Müller das renommierte MONOLOGFESTIVAL, 2017 und 2018 war sie im Leitungsteam des Performing Arts Festival Berlin. Mit LUNATIKS entwickelte sie zuletzt eine Projektreihe im Fonds Doppelpass zum Thema „Blühende Randschaften“ (Kooperationspartner: Theater Brandenburg & Schlossplatztheater Köpenick), von 2012-2014 entstand zudem das „RADAR.INSTITUT für performative Recherche“ gemeinsam mit dem Theater Kiel. Zuvor war sie 3 Jahre am Centraltheater Leipzig als Dramaturgieassistentin und Dramaturgin engagiert. Janette Mickan studierte Theaterwissenschaft, Neuere Deutsche Literatur und Philosophie an der Freien Universität Berlin. 2012 war sie Stipendiatin des Internationalen Forums beim Berliner Theatertreffen. Seit 2017 hat sie verschiedene Lehraufträge, unter anderem an der Universität der Künste Berlin (Studium Generale/Interdisziplinäre Praxis und Theorie).


mehr über Janette Mickan

MONO.log

Monolog, der [monoˈloːk]: eine höchst theatralische Praxis, die nichts mit alltäglicher Kommunikation gemein zu haben scheint, eine sprachlich-künstlerische Überhöhung des Subjekts und seiner Selbstreflexion. Aber hat diese Betrachtung des Monologs nicht ausgedient, wenn wir heute insbesondere in digitalen Räumen oft ausschließlich monologisch kommunizieren? Sprachnachrichten, reine Akustik, werden durch die Phantasie des Hörenden um Ort und Situation des Sprechenden weiter imaginiert. Auch Videologs und Instastories suggerieren eine Realität, eine Atmosphäre, ein Individuum, obwohl sie nur Ausschnitte zeigen. ROKOKOKOMPLEX durchleuchtet das Verhältnis den Monolog in Bezug auf eindimensionale Subjektivität, Selbst-Behauptung, Lügen, Fabulieren auf der einen und dem Wunsch nach einer multiperspektivischen Diskurskultur auf der anderen Seite. Die Gruppe will erforschen, ob und wie das Monologische das Dialogische ablöst, was das mit Reaktionsgewohnheiten anstellt, wie der Körper noch in Sprechakte einbezogen wird, wenn er kein direktes Gegenüber hat. Sie wollen herausfinden, wie das Aufzeichnen, das Wiederholen und Korrigieren Inhalte und Kommunikation verändert, sowohl im gegenwärtigen Alltag als auch im theatralen Raum.

Arbeitsthese: Im Sprechen zu sich selbst, findet man die eigene Identität. Das Sprechen zu sich selbst, verhärtet die bereits bestehende eigene Narration, selbst wenn der offizielle Adressat ein Gegenüber ist. Sind Sprachnachrichten, Tiktokstories und Vlogs reine Selbstvergewisserung oder dynamischer Diskursmotor?