Keine Wahrheit in der Höhle des Gleichen

theaterwrede2018, Freies Werkstatt Theater

Ob Facebook-Freunde, Twitter-Follower oder auch der offline Freundeskreis: Echo-Kammern und Filter-Bubbles sind Teil unserer Wahrnehmung. Selektive Wahrnehmung war noch nie so einfach, da unliebsame Gegenargumente und Diskurs komfortabel außen vorgelassen werden kann. ufaaq wird in einer künstlerischen Form das Phänomen der Echo-kammern sinnlich erfahrbar machen und die Faszination der Bestätigung durch Meinungs-spiegelung, aber auch die erschreckende Tendenz verzerrter Wahrnehmungen wie ‚Fake News‘, befragen.

We’R’Dansöz

theaterwrede2018, Residenz #35, theater im ballsaal

We’R’Dansöz” is a research project dealing with the ‘belly dance’ which has always been a subject of orientalist approaches. But since that ‘female dance’ genre has a very different tradition in itself, it can also be a medium of self-empowerment for women. Some basic departure points of this research can be considered as the creation of an individual movement language based on belly dance technique, deconstruction of orientalist – erotic and exotic- female body images, sound improvisations based on silencing or cry -victimization or activism. Dealing with the power relations in artistic and social spheres, this collective women’s project can be medium of breaking some stereotypes and presenting a process outside the “normal” choreographic production framework.

Render Ghosts

theaterwrede2018, theater wrede+

In Architekturmodellen gibt es diese Miniatur-Menschen, die die Gebäude und Plätze bevölkern und dort scheinbar ganz alltägliche Dinge tun. Sie, die so genannten “Render Ghosts”, leben in einem Bild von der Zukunft, wo sie nur noch Beispiele für Menschen sind. Sie sind meist schmal, weiß, intakt und haben keine Angst vor Niedrigrente.
DIE SOZIALE FIKTION erforscht das Potential dieser Kippfiguren zwischen Normalität und Grusel. Render Ghosts sind Wiedergänger vergangener und gegenwärtiger Menschenbilder und -normen in der Zukunft. Taugen sie dennoch als Erzählfiguren des Zukünftigen? Wie kann ihre geisterhafte Qualität genutzt werden, um ihre Normativität unheimlich werden zu lassen?

Actions for the Worthless Body

theaterwrede2018, theater wrede+

Mit fortschreitender Automatisierung werden gerade Personen im Niedriglohnsektor in ‚Langzeitarbeitslosigkeit‘ gedrängt. Wie kann in einer neoliberalen Gesellschaft, in der der Wert von Menschen anhand ihrer Arbeit gemessen wird, ein Körper überleben, wenn er keinen Mehrwert produziert? Auf der Suche nach Öffnungen hin zu einer multidimensionalen, science-fiction liebenden Ästhetik werden Aktionen aus ihrem (Arbeits-)kontext gelöst und in neue, sich stets verändernde Narrative gebracht. Die Vorstellung der Zuschauer*innen darüber, wie uns Arbeit als produktive Körper auf- bzw. abwerten kann, soll so vielfältig befragt, irritiert und neu erfahren werden.

HOLY CHICKS & GLORY DICKS. How to perform gender identity

theaterwrede2017, Theater neben dem Turm

Ist queere Identität mainstreamtauglich? Oder sind die heteronormativen Fesseln immer noch so stark, dass zwar Stars und Sternchen wie David Bowie oder eine Lady Gaga, mit ihren queeren Selbstdarstellungsstrategien, eine tolle Show bieten, aber sie als Vorreiter*innen nichts an der Diskriminierung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt ändern?
Die drei Künstler*innen werden mit wechselnden Expert*innen, wie Sexarbeiter*innen, die Darstellung queerer Identitäten auf ihre produktiven Möglichkeiten für einen neu gedachten Mainstream erforschen.

Bodies We Fail

theaterwrede2017, theaterlabor bielefeld

Monströsität, die mit Angst und Wunder Hand in Hand geht, spiegelt sich in „gescheiterten Körpern“ wieder. Diese fetten, kranken und behinderten Körper sind nur selten zu sehen und wenn, dann nur im Kontext ihres „Scheiterns“. So scheinen sie zu Eleganz, Intimität und Zärtlichkeit gar nicht fähig zu sein… Weil mediale Repräsentation an diesen Körpern scheitert und sie nur auf eine Weise abbildet. Dem gehen die 4 Künstler*innen mit radikaler Ehrlichkeit und Intimität entgegen und decken „körperliches Scheitern“ als eine allzumenschliche Fähigkeit auf, in der neue Ausdrucksformen sich offenbaren.

whatyouseeiswhatyouget

theaterwrede2017, theater im ballsaal

Wer twerkt und wer wackelt? Gibt es eine schwarze Stimme und wenn ja warum hat sie Justin Timberlake? Es gibt konkrete, aber nicht unbedingt reflektierte oder ausgesprochene, Vorstellungen von Geschlecht, Race, Sexualität und den damit verbundenen Körpern. Blitzschnell und intuitiv ist klar, ob ein Körper als weiß oder schwarz, hetero- oder homosexuell oder auch männlich oder weiblich gelesen wird. Das gesellschaftlich geteilte Körperwissen, dass Popkultur maßgeblich prägt, werden die vier Künstler*innen auf den darin vorhandenen Rassismus hinterfragen. Durch welche Bewegungen werden Körper organisiert, kontrolliert und enthumanisiert? Welche Stereotype rufen Bewegungen vor und welche subversiven Schlupflöcher bringen sie mit?

Und wir flogen tausend Jahre

theaterwrede2017, Freies Werkstatt Theater

Kommunikation jenseits von gesprochener Sprache ist im theatralen Raum alltäglich – mit Mimik, Gestik und Posen werden auch ohne Worte Bedeutungen erkennbar. Und gerade für sehr junge oder gehörlose Zuschauer*innen ist diese visuelle Kommunikation viel schneller verständlich. Mit dem Ziel eine „Bühnensprache für Alle“ zu entwickeln bindet die Gruppe Gebärdensprache ein und geht diesem Potential innerhalb einer Art experimentellen Reise auf den Grund.

ROBOT DREAMS

theaterwrede2017, Residenz #28, theater wrede+

Das Verhältnis von Mensch und Maschine erscheint als kompletter Gegensatz. Jedoch sind Körper technologisch durchzogen, von Analyseinstrumenten, wie Wagen geformt, durch assistive Technologie, wie Smartphones, unterstützt und vernetzt und durch medizinische Technologie, seien es Herzschrittmacher oder Prothesen, erweitert. Von Mensch zu Maschine scheint es nur noch ein kurzer Weg zu sein. Die Künstler*innen des meinhardt krauss feigl / cinematographic theatre werden auf der Bühne die Grenzen komplett verwischen und Körper weiter technologisieren und Roboter bauen. Am Ende wird die Frage sein: Wovon träumen Roboter?

Deutsche Demokratische Rechenprobe

theaterwrede2017, theater wrede+

Wenn eine Revolution käme, dann wär doch endlich mal Zeit für alles, was im Arbeitsalltag untern Tisch fällt… oder? Dies soll nicht eine reine Utopie bleiben. Die Künstler*innen von „helfersyndrom“ und „Wu Wie Theater Frankfurt“ erproben praktisch forschend den Computersozialismus. Dafür kommt nicht nur Mensch und Computer, sondern auch „alt-“ und „neulinks“ oder auch Kontrolle und Zufall zusammen. Wie sieht es also aus, dieses computergestützt „planwirtschaftlich“ programmierte Theater? Und bringt das mehr Zeit mit sich?

Zur Sonne, zur Freiheit

theaterwrede2016, theaterlabor bielefeld

Wie kann man Familienbiographie, Utopie und Selbstreflexion verbinden? Carolins Opas erforschten den Ultraschall und kannten sich lange bevor Caros Eltern sich kannten. Opa I Iebt heute noch in Halle. Opa II erhielt den Nationalpreis der DDR, über ihn wurde eine Reihe von Propagandafilmen gedreht. Er ist 2008 gestorben. Wer war dieser Mann? Ausgehend von Erzählungen des Opa I und den Propgandafilmen zu Opa II möchten wir das Leben eines ganzen Landes erzählen: Aufbruchszeit, Untergang und utopisches Weiterleben.

Ein struktureller Bodycheck – Raum für politischen Makel

theaterwrede2016, theater wrede+

Auf der Suche nach Formen der Darstellung struktureller Gewalt überträgt die Gruppe machtkritische Perspektiven und Diskurse auf konkrete Körper. Der „Strukturelle Bodycheck“ als heikler Moment fragt: Welche Konsequenzen fordern strukturelle Vorteile?
Experimente an Formaten, die Zuschauer_innen ermöglichen von Wahrnehmungs- und Reflexionsprozessen zu konkreten Handlungen im eigenem sozialpolitischen Umfeld zu gelangen. Wie lassen sich diese Übergänge und Überschreitungen künstlerisch gestalten?

Backshop

theaterwrede2016, theater im ballsaal

Schluss mit brotloser Kunst! Und wenn es Brot gibt, soll es auch an Kuchen nicht fehlen! Croissants in rauen Mengen! Es ist genug für alle da!
“Backshop“ setzt sich kritisch mit sozialen Initiativen wie “Brot für die Welt” auseinander. Mit einer zur Schau gestellten Naivität wird gebacken, was das Zeug hält. Montags gibt es Mohnbrötchen, Dienstags einen Backkurs als Hilfe zur Selbsthilfe, Mittwochs für Kinder Brotpuppen und was am Ende noch übrig ist, wird nach Afrika geschickt. Backen wir’s an!