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#06
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stipendiat:innen

Simone Dede Ayivi, Katharina Kellermann, Juliane Kremberg, Anahí Pérez


residenztheater


zeitraum
30.05.- 27.06.13
makingOFF#06  26.06.2013, 19h00

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mentoring

Wagner Carvalho

geboren 1966 in Belo Horizonte, Ausbildung zum Tänzer, Schauspieler und Sprecherzieher an verschiedenen Schulen in Belo Horizonte. Danach künstlerischer Leiter der Theaterschule Núcleo de Estudos Teatrais – NET in Belo Horizonte. Von 1996 bis 2000 Studium der Theater-wissenschaften an der FU Berlin. Stipendien u.a. vom Goethe Institut und dem brasilianischen Kultusminis-terium. Seit 1991 verschiedene Projekte in Deutschland und Brasilien. Unter anderem pädagogische Arbeit und Trainer-tätigkeit am Berliner Ensemble, dem Grips Theater und in freien Produktionen. Konzeption und Durch-führung unterschiedlicher künstlerisch-gesellschaftlicher Projekte in Deutschland und Brasilien u.a. ‘Fragmentos’ und ‘2000’’. Vorträge in Brasilien und Deutschland. Gründung und Organisation des ‘Fórum Brasileiro da Dança’, der Vereinigung der brasilianischen Tänzer und Choreographen in Berlin. Organisation der Veranstaltungsreihe ‘Blequitude’ in Zusammenarbeit mit der Werkstatt der Kulturen und der Heinrich Böll Stiftung im November 2002. Begründer des ‘brasil move berlim’, Festival des zeitgenössischen brasilianischen Tanzes“. Schon im Jahr 2000 setzte er sich mit dem Projekt 2000 Travessia mit der Sichtbarkeit/ Nichtsichtbarkeit von Schwarzen in Brasilien auseinander. Es folgten unter-schiedliche künstlerisch-gesellschaftliche Projekte in Deutschland und Brasilien, u.a. die Veranstaltungsreihen Blequitude und Conversa de Nego. Begründer und Kurator von ‘project in/out’ und Initiator und Leiter des Projektes ‘ENTRE NÓS / UNTER UNS’, beides am Ballhaus Naunynstraße. Ab der Spielzeit 2012/13 übernimmt er gemeinsam mit Tunçay Kulaoglu die künstlerische Leitung des Ballhaus Naunynstraße.


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Wo genau liegt nochmal Togo?

2014 liegt die Berliner Afrika-Konferenz, im Rahmen derer sich Deutschland neben Kamerun, Deutsch-Ost- und Deutsch-Südwestafrika auch das Gebiet des heutigen Togos sicherte, genau 130 Jahre zurück.

Damit nimmt die deutsch-togoische Geschichte ihren offiziellen Anfang.

Togo dient noch immer als die Aber-Kolonie, die aber-was-dort-geschah-war-doch-nicht-so-schlimm-Kolonie. Togo – der ehemaligen „Musterkolonie“ widmeten sich Simone Dede Ayivi, Katharina Kellermann und Juliane Kremberg als Beispiel-Kolonie. Anhand der deutsch-togoischen Geschichte forschten sie zum deutschen Kolonialismus. Sie thematisieren deutsche Kolonialgewalt, als das worüber „man“ nicht spricht und verweigern sich dem was „man“ kennt, was sich als rassistische (Bild)-Sprache, als koloniale Projektion in unserem Alltag festgesetzt hat: Verharmlosung, Klischees, Zuschreibungen.

Keine Bilder von „Afrika“, dafür umso mehr aus Oldenburg. Denn hierher führte die Forschungsreise. Hier begaben sie sich auf die Suche nach kolonialen Spuren, nach afrikanischer Geschichte, die in Deutschland gemacht wurde, nach Fundstücken aus Oldenburgs kolonialer Vergangenheit und Gegenwart. Dafür befragten sie diejenigen, die schon vor ihnen da waren, um Verdrängtes sichtbar zu machen und dem kollektiven Vergessen die Stirn zu bieten. Sie haben mit Expert_innen gesprochen, auf kritisches Wissen zurückgegriffen, historische Orte aufgesucht und viele Fragen gestellt – besonders sich selbst.

Das alles um sich und ihre neuen Oldenburger Freund_innen vor einer gefährlichen Krankheit zu bewahren: Der kolonialen Amnesie.

In Kooperation mit der Stiftung Leben und Umwelt / Heinrich Böll Stiftung Niedersachsen.




makingOFF

Beim makingOFF gibt die Forschungsgruppe in „We’R’Dansöz" Einblicke in ihren Forschungsprozess und stellen Ausschnitte aus ihrem Arbeitsprozess vor, die diskutiert werden können. Alle Interessierten sind dabei herzlich eingeladen, sich mit der Gruppe über ihre Forschungsarbeiten auszutauschen.


logbuch

Jede Woche ihres Stipendiums gibt die Gruppe einen Einblick in ihren Forschungsprozess.